Juni 2021

 

Joachim Müller

Auf ` m  Mond

 

 

 

Ich wünsch mich schnellstens auf den Mond,

 

weg von all den Erdproblemen.

 

Weil sich`s zur Zeit ja wirklich lohnt,

 

bei dieser Häufung von Extremen.

 

 

 

Das Klima wandelt sich noch schneller,

 

Gletscherschmelze, Sturmgefahr.

 

Es fehlt oft Essen auf dem Teller,

 

denn häufig ist die Ernte rar.

 

 

 

Auch Kriege, Kämpfe, Diktaturen

 

lassen diese Welt erzittern.

 

Die Welt tickt aus auf vielen Uhren,

 

da kann ich doch nur noch verbittern.

 

 

 

Ich wär so gerne einfach weg,

 

auch wegen der Corona-Scheiße.

 

Wenn ich mich dann im (oder auf dem) Mond versteck

 

und auf ein Beißholz kräftig beiße,

 

 

 

Dann ist es alles wieder gut,

 

keine Ängste vor der Welle.

 

Nur der Mondflug braucht viel Mut,

 

Raketenstart und Schwindelfälle.

 

 

 

Auf dem Mond, da ist es trist,

 

staubig und auch nicht so schwer.

 

Weil er wenig anzieh´nd ist,

 

hüpft man hin und hüpft man her.

 

 

 

Da steht ja noch die alte Fahne

 

und das Mondauto ist da.

 

Der Tank ist voll, echt erste Sahne,

 

`ne Fahrt ins Graue, ist doch klar.

 

 

 

Oh, schau, da geht die Erde auf,

 

ganz langsam über`m Kraterrand.

 

Da leben kleine Menschen drauf,

 

das ist mir lange schon bekannt.

 

 

 

Vom Mond aus scheint sie sehr gesund,

 

in kräftig blau, mit weißem Wetter.

 

Gut genährt, so dick und rund,

 

nur näher dran, da wird’s nicht netter.

 

 

 

Das Weltall selbst ist trist und leer.

 

Wie wunderbar ist der Planet.

 

Ich komm aus großem Frust hierher,

 

der sich doch jetzt in Sehnsucht dreht.

 

 

 

Wie lang kann ich hier oben bleiben,

 

wie lang reicht Wasser, Essen, Luft?

 

Was soll ich hier den Tag lang treiben,

 

doch nicht nur gucken bis zur Gruft.

 

 

 

Die graue Farbe der Umgebung

 

und immer zu den Staub im Schuh.

 

Mir fehlt die frische Grün-Belebung,

 

mit Vogelzwitschern noch dazu.

 

 

 

Und auch mein Kosmonauten-Helm,

 

hat `nen eigenen Geruch.

 

Du denkst es dir, du alter Schelm,

 

zum Duschen ist nicht Platz genuch.

 

 

 

Es fehlt dann auch an frischem Wasser,

 

weil es gefiltert zirkuliert.

 

Bei euch da unten ist es nasser,

 

jetzt seid ihr ziemlich irritiert.

 

 

 

Ungeduscht im eignen Mief,

 

staubig Filterpipi trinken.

 

Denke mir, wie endlos tief,

 

kann meine Stimmung jetzt noch sinken?

 

 

 

Oh blaue Murmel, welch ein Glück,

 

auf dir muss ich nur Maske tragen.

 

Nimm mich bitte schnell zurück,

 

Dann lösen wir die Lebensfragen.

 

 

Ideen weiter zu uns - wünscht einfach drauflos und schon wird es wahr - die Dichter, Denker und Leser von Ruhrlesen